Auf dem Eiszeitlehrpfad Rachelsee

Auf dem Eiszeitlehrpfad Rachelsee

Der Urwald- und Eiszeitlehrpfad zum Rachelsee zählt zu den naturschönen und lehrreichen Kurzwanderungen im Nationalpark Bayerischer Wald. Um das von Gletschern ausgehobelte Kar, auf dessen Bodender sagenumwobene See glitzert, hat sich ein ausgedehnter Urwald gebildet.

Schwierigkeit: Schwierige Tour
Gehzeit: 2:15 Std.
Länge: 7 km

Wegbeschaffenheit: Wechsel aus Wurzelwegen,
steinigen Steigen und bequemen Forstwegen

Ausgangspunkt: Racheldiensthütte (875 m)
mit Einkehrmöglichkeit
Hüttenberg 3
94556 Riedlhütte
Tel: 08553/979004

Start am Waldgasthaus Racheldiensthütte

Die Racheldiensthütte A ist ein Nationalpark-Waldgasthaus am Goldsteig, gelegen an einem Schwellteich am Zusammenfluss von Kalter Seige und Markungsgraben, zwei Bergbächen, die am Steinschachten am Böhmerwaldkamm entspringen. Hervorgegangen ist das Gasthaus aus einer Waldarbeiterhütte des 19. Jahrhunderts.
Die Straße zur Racheldiensthütte ist von Mitte Mai bis zu den Allerheiligenferien
von 8 bis 18 Uhr für Pkw gesperrt; dann ist die Hütte mit dem Rachelbus
erreichbar.
An der Hütte beginnt der zum Rachelsee führende
Spechtrundwanderweg. Er überquert den Ausfluss des Schwellteichs,
taucht in nur mäßigem Anstieg in blockreichen Fichtenhochwald ein und wird
begleitet von den Tafeln eines Eiszeitlehrpfads und dem Rauschendes Seebachs.

Spuren der Eizseit auf dem Eiszeitlehrpfad zum Rachelsee
Die Informationen des Lehrpfads erläutern die noch sichtbaren Spuren der letzten Eiszeit, die mit der Klimakatastrophe vor 10 000 Jahren zu Ende ging: Damals stiegen die Temperaturen, ähnlich wie heute, nur dass sich die Menschen darüber freuten, dass sie keine Felle mehr tragen mussten. Nach und nach geben die tief beasteten Bäume den Blick auf den Rachelsee 1 (1:00 Std.) frei, der nach Überqueren des Bachs erreicht wird. Bei der Informationshütte am Ausfluss des Seebachs aus dem Rachelsee befindet sich eine wichtige Wanderwegekreuzung von Goldsteig, E 6, Specht- und Auerhahnrundweg. Der Rachelsee ist ein Karsee in der Ostflanke des Rachelbergstocks, der ihm entströmende Seebach ist der höchste Quellbach der Ilz. Bergseitig des 4 ha kleinen eiszeitlichen Restsees erhebt sich die von urwaldartigem Bergfichtenwald bestockte Rachelseewand. Ebenso wie die Karnische mit dem Moränenstausee wurde sie von Gletschern der letzten Eiszeit ausgehobelt. Von der Hütte führt der Spechtrundwanderweg neben einem Schwellgraben – einem zum Zweck der Holztrift angelegten Wassergraben und über Stege in sachtem Anstieg durch den Wald.

Auf der Felsenkanzel
Schon bald erreicht der Weg an einer Schutzhütte neben einer Bergwiese die Felsenkanzel 2 (1:25 Std.); eine Leiter führt auf diesen Aussichtsfelsen, der einen schönen Blick auf das Rachelseegebiet und die Umgebung gewährt. Bergrücken staffelt sich hinter Bergrücken und aus dem Tal dringt das Rauschen des Seebachs herauf, an klaren Tagen schweift der Blick bis zur Kette der Alpen. Von der Felsenkanzel führt der Hackespecht hinab ins Quellgebiet der Kalten Seige und trennt sich hier vom Goldsteig. Während der Goldsteig zum Lusen weiterführt, folgt der Specht einer historischen Schlittenziehbahn zurück zum Ausgangspunkt an der Racheldiensthütte E (2:15 Std.).

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